Krankheiten

Inhaltsübersicht

  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Ellenbogengelenksdysplasie (ED)
  • OCD - ein Gelenkschaden bei jungen Hunden
  • Zahnfehler & Gebissfehlstellungen
  • MDR 1 Defekt
  • HSF 4 Hereditäre Katarakt (grauer Star)
  • CEA (Collie Eye Anomalie)
  • PRA (Progressive Retina Atrophie)
  • Iriskolobom

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Eine Hüftdysplasie ist eine chronisch verlaufende, schmerzhafte Fehlbildung der Hüftgelenke. Dabei hat der Oberschenkelkopf schlechten halt in der Hüftgelenkspfanne. HD ist zum grossen Teil genetisch bedingt und kann zum Teil durch Haltungs-, Umwelt- und Ernährungsbedingungen beeinflusst werden. Wie gross die genetische Komponente dabei ist, ist noch umstritten. Man geht davon aus, das vor allem eine falscher Umgang während der Wachstumsphase die Ausbildung einer HD begünstigen können, so z.B. Überversorgung mit Futter, Übergewicht, Mangel in der Ernährung, zu schnelles Wachstum, Welpen die ausschliesslich auf glatten Boden gehalten werden, Überbelastung oder Fehlbelastung.

 

Auswertung

Beim Aussie gehört die HD-Untersuchung mit einem, vom Spezialisten ausgewerteten, Röntgenbild zu den Pflichtuntersuchungen. Das korrekte röntgen kann nur in Narkose erfolgen, da für aussagekräftige Bilder die Hinterbeine eingedreht und die Gelenke überstreckt werden. Nur das richtige Lagern des Hundes führt anschließend zu auswertbaren Bildern. Die Bilder werden nur an anerkannte Gutachter geschickt, die eine Bewertung des Hüftgelenks vornehmen dürfen.

Quelle: www.aussie.de

 

 

Ellenbogengelenksdysplasie (ED)

Unter dem Begriff Ellenbogendysplasie werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die eine chronisch verlaufende, schmerzhafte Veränderung oder Entwicklungsstörung des Ellenbogengelenks bedeuten. Besonders häufig sind schnellwüchsige Rassen betroffen, daher ist ED beim Aussie keine häufig vorkommende Erkrankung, hat jedoch in den letzten Jahren zugenommen. ED ist wie die HD auch erbbar und kann durch Haltung und Ernährung begünstigt werden.

 

Auswertung

Festgestellt wird eine ED durch Röntgenaufnahmen des Ellenbogengelenks und ist ebenfalls durch einen anerkannten Gutachter durchzuführen.

Quelle: www.aussie.de

 

 

OCD - ein Gelenkschaden bei jungen Hunden

Die OCD ist eine schmerzhafte Erkrankung der Gelenke. Sie ist die Folge einer Entwicklungsstörung des Skeletts bei heranwachsenden Hunden mittelgroßer und großer Rassen. Die Gelenke des jungen Hundes werden dabei meist irreparabel geschädigt. Am häufigsten ist das Schultergelenk betroffen, gefolgt von Ellbogen, Sprunggelenk und Knie. Seltener ist die OCD bei anderen Gelenken. Erste Symptome zeigen sich im Alter von fünf bis acht Monaten. Die jungen Hunde lahmen oder haben einen steifen Gang.

 

Die Entstehung einer OCD erklärt man so: Beim Jungtier besteht das Skelett noch nicht durchgehend aus Knochen sondern aus dem weicheren Knorpelgewebe. Während des Wachstums wird das Knorpelgewebe allmählich durch Knochen ersetzt. Die Verknöcherung festigt zum einen das Skelett, zum anderen gewährleistet sie die Ernährung und Sauerstoffversorgung sowohl der Knochen- als auch der Knorpelzellen. Denn im Gegensatz zu Knochen ist Knorpel nicht durchblutet und muss von den umliegenden Geweben mit ernährt werden.

 

Bei der OCD wächst das Knorpelgewebe im Gelenk des jungen Hundes weiter ohne zu verknöchern. Der Knorpel wird zu dick um versorgt zu werden, denn über längere Strecken können Sauerstoff und Nährstoffe nur mit Hilfe des Blutes transportiert werden. Teile des Knorpels „hungern“, werden „schwach“ und können absterben. Häufig stößt das gesunde Gewebe das tote Gewebe ab, mit der Folge, dass Teile des Gelenkknorpels absplittern und als sogenannte „Gelenkmäuse“ im Gelenk schwimmen.

Man nimmt an, dass eine Kombination von Erbfaktoren, falscher Ernährung, Hormonstörungen, evtl. auch Verletzungen, wie Verstauchungen, und eine Überlastung des wachsenden Skeletts zur OCD führt. Bei der Ernährung scheint vor allem eine Überversorgung des jungen Hundes mit Energie und Kalzium eine Rolle zu spielen. Gerade wachsende Hunde größerer Rassen sollten daher nur maßvoll gefüttert werden. Denn üppige, kalorienreiche Mahlzeiten beschleunigen das Wachstum: Der junge Hund wird regelrecht zu schwer für sein wachsendes Skelett. Eine zusätzliche Versorgung mit kalziumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln verschlimmert die Situation.

 

Ein junger Hund soll sich zwar viel bewegen und auch wild umhertollen – doch der Halter sollte darauf achten, dass sich das Tier im „Eifer des Gefechts“ nicht überanstrengt. Bei allen Spielen, in deren Verlauf es zu Sprüngen, abrupten Stopps und engen Wendungen kommt, z. B. Ballspiele, sollten grundsätzlich nur auf weichem Boden stattfinden und nie zu lange dauern.

 

Eine Heilung der OCD ist zwar in vielen Fällen ausgeschlossen, aber der Tierarzt kann häufig erreichen, dass der Hund schmerzfrei wird und beweglich bleibt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Wird die OCD sehr früh diagnostiziert, kann eine Futterumstellung und eine zwei – bis dreimonatige konsequente Einschränkung der Bewegung (Gassi nur an der Leine, keine wilden Spiele) als Therapie ausreichend sein. Bei OCD im Schultergelenk kann diese Behandlung in sehr frühem Stadien sogar zur Ausheilung führen. In vielen Fällen wird der Hund allerdings operiert werden müssen.

Quelle: Kleintierpraxis Schuh

 

 

Zahnfehler & Gebissfehlstellungen

Zahnfehler und Fehlstellungen des Gebisses kommen relativ häufig vor. Es können Zähne fehlen oder zu viele Zähne im Gebiss vorhanden sein. Ein vollständiges Gebiss umfasst 42 Zähne.

 

Die korrekte Stellung des Gebisses ist das Scherengebiss. Je nach Zuchtordnung ist festgelegt welche und wie viele Zähne fehlen dürfen. Ein paar fehlende Zähne haben keine direkten gesundheitlichen Einflüsse auf den Hund, sollten jedoch kritisch betrachtet werden. Ein Zangengebiss wird in einigen Zuchtordnungen noch toleriert. Gebissfehlstellungen, wie Über- oder Unterbiss sind zuchtausschließende Fehler, kommen trotzdem immer mal wieder vor. Der Erbgang ist wahrscheinlich polygen und daher schwer züchterisch zu berücksichtigen. Eine umfassendes Studium des Pedigrees/ viel Erfahrung und die Ehrlichkeit von Züchtern, ist wie bei all den erblichen Erkrankungen/ Fehlentwicklungen die nicht einfach durch Gentest aufgedeckt werden können, sehr wichtig!

Quelle: www.aussie.de

 

 

MDR 1 Defekt

MDR = Multi-Drug Resistance – multiple Medikamentenüberempfindlichkeit

Hierbei handelt sich um einen Defekt im Multidrug-Resistance Transporter (MDR1), der für die Blut-Hirnschranke verantwortlich ist und eine Überempfindlichkeit gegenüber Ivermectin und anderen Medikamenten bedingt. Bei betroffenen Hunden (-/-) kann eine Behandlung mit diesem Medikament zum Tode führen.  Bei funktionierenden Transporter werden Medikamente und toxische Stoffe zurückgehalten und ins Blut zurück befördert, er bildet eine Barriere für solche Stoffe.

 

Das ‚+‚ steht für ein intaktes Gen, es wird auch oft als normal "n" bezeichnet.

Ein ‚–‚ steht für ein mutiertes Gen, es wird auch als als mutant "m" bezeichnet.

 

+/+   Frei, kein Träger der Mutation

+/-   Nicht betroffen, aber Träger

-/-   Betroffen

Quelle: www.aussie.de

 

 

HSF 4 Hereditäre Katarakt (grauer Star)

Die Katarakt stellt, im Vergleich zu anderen Augenerkrankungen, die am häufigsten vorkommende Augenerkrankung beim Aussie dar. Dabei handelt es sich um eine fortlaufende Trübung der Linse. Die Linsentrübung kann die Folge von Erkrankungen (Bsp. Zuckerkrankheit) oder Verletzungen sein, oder erblich bedingt sein.

 

Vererbung:

Derzeit ist die Vererbung der verschiedenen Kataraktformen noch nicht ganz geklärt. Für die häufigste Form der erblichen Katarakt (HC) ist der Erbgang bereits bekannt. Die Vererbung erfolgt autosomal dominant. Bereits eine Kopie des Gens (oft bezeichnet als "one copy", N/HC oder N/m) kann zur Erkrankung führen. Trägt ein Hund beide Kopien des Gens, ist mit einem schweren Verlauf der Krankheit zu rechnen.

 

Mögliche Genotypen

N/N; +/+ oder clear

frei von HSF4, kein Träger der Mutation, dieser Hund wird nicht an dieser Form der Katarakt erkranken und kann sie auch nicht weiter geben.

 

N/HC; N/m; +/- oder one copy

Träger einer Kopie des mutierten Gens, der Hund kann die Kopie weiter vererben (statistisch 50% one copy, bei Verpaarung mit einem freien Hund), der Hund selbst hat ein gewisses Risiko Katarakt zu bekommen.

 

HC/HC; -/-, m/m, affected

Ist auf das mutierte Gen homozygot, trägt also zwei Kopien. Er wird nur die mutierten Gene vererben und selbst mit hoher Wahrscheinlichkeit erkranken.

Quelle: www.aussie.de

 

 

CEA (Collie Eye Anomalie)

Die Collie-Augen-Anomalie (CEA) ist eine erbliche, angeborene Anomalie der Augen, bei  der die Aderhaut oder Netzhaut eine Entwicklungsstörung aufweist. Es kann nur ein Auge, oder auch beide Augen betreffen.

 

Die Krankheit kommt in unterschiedlichen Schweregraden vor. Je nach Schweregrad ist das Sehvermögen beeinträchtigt oder nicht. Anders als bei der PRA verschlechtert sich der Grad der CEA nicht im Laufe der Zeit.

 

Meistens bedeutet die Anomalie keine große Einschränkung, es gibt aber vereinzelt ausgeprägte Fälle die zur Erblindung führen. Am besten kann  die Veränderung im Alter von

6 – 8 Wochen erkannt werden, wenn die Welpen beim Züchter von einem DOK Augenarzt untersucht werden.

 

Vererbung

Der Erbgang der CEA ist autosomal rezessiv, das bedeutet das Träger eines mutierten Gens nicht erkranken, das Gen jedoch an ihre Nachkommen weiter geben. Träger sollten also nicht mit Trägern verpaart werden, um betroffene Nachkommen zu meiden.

 

Mögliche Genotypen

N/N (clear)  

Frei – trägt keine Kopie des Gens, der Hund ist reinerbig für das normale Gen und wird weder erkranken, noch kann er ein defektes Gen vererben.

     

N/CEA (carrier)  

Träger – trägt eine Kopie des defekten Gen, der Hund ist mischerbig. Er wird selbst nicht erkanken, kann aber eine Kopie weitervererben (50%)

     

CEA/CEA (affected)  

Betroffen – trägt zwei Kopien des defekten Gen, er ist reinerbig auf den Gendefekt. Er wird erkranken und definitiv eine Kopie vererben.

Quelle: www.aussie.de

 

PRA (Progressive Retina Atrophie)

PRA ist eine fortschreitende Sehverschlechterung, die im Endstadium immer zur Erblindung führt. Die Sinneszellen der Netzhaut stellen nach und nach ihre Funktion ein. PRA ist genetisch bedingt und nicht heilbar. Die Erkrankung vererbt sich autosomal rezessiv. Träger von nur einer Kopie des Gendefekts sind nicht betroffen.

 

Erste Symptome sind Nachtblindheit, später auch zunehmende Einschränkungen im Sichtfeld bei Tageslicht. Die Linse trübt sich mit der Zeit ein.

 

Methoden oder Medikamente die der PRA vorbeugen oder sich verlangsamen sind nicht bekannt. Beim Aussie stellt PRA eine vergleichsweise seltene Erkrankung dar, kommt aber vor.

 

N/N (clear)  

Trägt keine Kopie des Gens, der Hund ist reinerbig für das normale Gen und wird weder erkranken, noch kann er ein defektes Gen vererben.

     

N/PRCD (carrier)  

Trägt eine Kopie des defekten Gen, der Hund ist mischerbig. Er wird selbst nicht erkranken, kann aber eine Kopie weitervererben (50%)

     

PRCD/PRCD (affected)  

Trägt zwei Kopien des defekten Gen, er ist reinerbig auf den Gendefekt. Er wird erkranken und definitiv eine Kopie vererben.

Quelle: www.aussie.de

 

 

Iriskolobom

Ein Iriskolobom ist eine angeborene Spaltmissbildung der Iris, es fehlt ein Stück und bildet daher eine kleines Loch in der Iris. Iriskolobome sollten während der ersten Welpen-Augenuntersuchung entdeckt werden. Sehr kleine Kolobome könnten unentdeckt bleiben, vor allem wenn die Pupillen geweitet sind. Iriskolobome sind Zuchtausschliessend.

 

Ein Iriskolobom hat meistens keinen schlimmen Effekt auf das Sehvermögen, kann aber zur Lichtempfindlichkeit führen. Früher waren Iriskolobome hauptsächlich in Double Merles bekannt, heute kann es aber auch normalfarbige treffen.

Quelle: www.aussie.de